Der Podcast zur Energiezukunft

Der Podcast zur Energiezukunft

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00:00:02: Energie Zukunft im Dialog.

00:00:04: Hallo und herzlich willkommen zum Podcast der Stiftung Energie- und Klimaschutz, einer gemeinnützigen Stiftungen der NBW!

00:00:12: Ziel der Stiftungsarbeit ist es durch Veranstaltungen und Onlinebeiträge eine informierte Diskussion mit spannenden Referentinnen und Referenten über unsere Energie-Zukunft und Klima-Schutz zu ermöglichen.

00:00:25: Unser Podcast bietet Ihnen liebe Hörerinnen in Ergänzung hierzu einen Deep Dive, indem die Themen tiefer beleuchtet werden.

00:00:34: Mehr Informationen über unsere Formate

00:00:36: finden Sie in den Show

00:00:37: Notes oder auf unserer Webseite.

00:00:45: Herzlich willkommen zu unserer heutigen Aufnahme des Podcasts Energiezukunft!

00:00:50: Wir haben heute ein sehr spannendes Thema rund um die Akzeptanz der Energiewende.

00:00:54: schauen wir uns mit einem wahren Experten für ihre gesellschaftliche Entwicklung an, wie unterschiedliche Lebensentwicklungen die Wahrnehmung von Transformation prägen.

00:01:03: Herr Dr.

00:01:04: Christoph Schlair herzlich willkommen!

00:01:06: Ich stelle Sie gleich ein bisschen vor und ich habe schon vorab gesagt – ich freue mich sehr auf das Gespräch weil das Thema mit dem sie sich beschäftigen tatsächlich eines ist was mich auch schon seit einigen Jahren begleitet.

00:01:16: Ja freut mich

00:01:17: Sie sind Director Research and Consulting bei SINUS.

00:01:20: Jetzt haben wir es spannend gemacht, seit Juli-Zwanzig-Vierundzwanzig dabei.

00:01:24: SINus, wer es nicht kennt ist eines der führenden Forschungsinstitute für soziale Milieus und gesellschaftlichen Wande.

00:01:31: Das heißt, es liegt ganz vielen Betrachtungen wie rund um das Thema auch bei Unternehmen Akzeptanz aber auch für Markforschung

00:01:41: etc.,

00:01:42: sich beschäftigen zugrunde.

00:01:44: Und wie kommt man dahin?

00:01:45: Was macht man da?

00:01:46: als Studium der Wirtschaftswissenschaft in Magdeburg und Freiburg?

00:01:49: Hab ich gelernt, ist offensichtlich eine gute Qualifikation.

00:01:53: Sie haben sich darüber hinaus auch ausgezeichnet mit dem Ralf Bodo-Schmidtpreis und sind seit vielen Jahren in der Forschungsberatungserfahrungen unterwegs.

00:02:02: So zieht es eher zu soziale ökologischer Transformationen und Konsumforschung.

00:02:06: Das heißt... Wir werden, glaube ich mit Ihnen auf die Themen, die rund um die Milieurentwicklung und ihr Impact auf Akzeptanz für Umwelt- oder Klima- und Naturbewusstsein sowie nachhaltigen Konsum sich drehen noch heute genau schauen können.

00:02:21: So ist es!

00:02:21: Genau also... Es sind tatsächlich doch einige Themen, Die mich hier immer wieder umtreiben am Sinusinstitut.

00:02:27: Aber diese Schwerpunkte, die Sie gerade genannt haben Das sind die Dinge, die mich am meisten umtreibt Und wo wir einfach sehr, sehr viele Studien auch in den letzten Jahren gemacht haben und deswegen freue ich mich auf ihre Fragen.

00:02:40: Wer sich wundert warum wir in einem Podcast zur Energiezukunft sich mit jetzt solchen Fragen beschäftigt der hat wahrscheinlich noch nicht so viel unserer Folgen gehört.

00:02:49: denn was wir immer wieder sagen ist das Energiewende nicht nur eine technologische Herausforderung ist sondern vor allem auch ein gesellschaftliches Projekt.

00:02:57: egal ob Windenergie, Photovoltaik oder Netzausbau Es hängt ganz maßgeblich davon ab, wie diese Technologien vor Ort akzeptiert werden und wie unterschiedliche Menschen auch Veränderungen wahrnehmen.

00:03:09: In Deutschland besteht ja nicht aus einer einheitlichen Öffentlichkeit sondern so schauen die Sinus-Kollegen darauf aus zehn sozialen Milieus, die insgesamt etwa Hundert Prozent der Bevölkerung prägen und durch unterschiedliche Wertorientierungen Lebensrealität und Erwartung an die Zukunft auch unterschieden werden.

00:03:27: Also diese Milieu-Förschung, von der wir gleich noch ein bisschen mehr hören zeigt unter anderem auch ein bisschen auf welche Gruppen tendenziell Technologien ihr unterstützt und welcher skeptisch reagieren.

00:03:39: Das ist für Kommunenunternehmen aber auch für politische Entscheidungsträger eine gute analytische Rangensweise um ein bisschen zu sortieren wie gesellschaftliche Reaktionen auf Technologen aussehen können.

00:03:54: Wir sind mittendrin schon.

00:03:56: Ich würde Sie zu Beginn bitten, vielleicht einfach noch mal ein bisschen in Ihren Forschungsbereich reinzuschauen.

00:04:01: also ich habe dem Begriff Milieu-Forschung benutzt.

00:04:03: was versteht man denn darunter?

00:04:05: wie würden sie das erklären Was die klassischen und sozialdemokratischen Merkmeile allein nicht leisten?

00:04:12: Ja im Grunde genommen ist es ja so dass die Milieuforschung die Gesellschaft den unterschiedlichen Soziokulturelle Gruppen aufteilt.

00:04:19: Das sind der sozialen Milieus.

00:04:22: die bezeichnen wir auch als Gruppen gleichgesinnter und zwar deswegen, weil sie ähnliche Wertvorstellungen haben.

00:04:29: Einen ähnlichen Blick auf das Leben und ähnlicher Lebensstile.

00:04:33: Und warum ist es so wichtig?

00:04:35: Nun hinter diesem Milieuansatz verbirgt sich die Frage wie wir Einstellung und Verhaltensweisen besser erklären können – besser!

00:04:42: Als dass mit klassischen so zudemografischen Merkmalen möglich ist, wie zum Beispiel Geschlecht-, Alterbildung oder Einkommen.

00:04:50: Ich mache das mal ganz konkret, damit es einfacher verständlich ist.

00:04:53: Und zwar stellen sich vor wir haben zwei Personen die gleich alt sind ähnlich gut gebildet etwa gleich viel verdienen und sogar im selben Ort leben.

00:05:03: Trotzdem erleben wird immer wieder dass sie völlig unterschiedlich auf die Energiewende reagieren.

00:05:09: der eine sieht darin eher einen unverzichtbaren Schritt für eine nachhaltige ökologische Zukunftssicherung der andere aber eher eine Bedrohung des Wirtschaftsstandorts Deutschlands.

00:05:19: Und diese vollkommen unterschiedlichen Sichtweisen, die kann eben die Sozudimografie alleine nicht erklären.

00:05:25: Die Sinusmüllius aber schon und zwar deswegen weil sie auf die Wertvorstellungen schaut – die unterschiedlichen Mindsets der Menschen und die Art und Weise wie Sie ihren Alltag gestalten.

00:05:36: Das ist ja tatsächlich super spannend!

00:05:39: Ich frage mich wo kriegen Sie denn Ihre Daten her?

00:05:41: Also wie erheben Sie denn genau diese Parameter, die Sie da gerade beschrieben haben?

00:05:48: Es ist ja so, dass die Sinus-Milius auf qualitativer Lebensforschung basieren.

00:05:54: Das heißt wir führen ausführliche Einzelinterviews durch mit Menschen, die uns dann erzählen wie sie leben was ihnen wichtig ist wovor Sie Angst haben und was sie antreibt.

00:06:05: Darüber hinaus fragen wir sie natürlich auch zu ihren Alltagseinstellungen beispielsweise zur Arbeit Familie Freizeit oder Konsum.

00:06:13: letztlich betrachten wir also alle wichtigen Bereiche ihres Lebens.

00:06:17: Und auf dieser Grundlage können wir dann typische Muster erkennen, welche Menschen denken ähnlich?

00:06:24: Wer teilt vergleichbare Werteziele und Lebensdiele?

00:06:28: Diese Personen die wir dann im Einzelnen befragt haben fassen wir zu sozialen Milieus zusammen und so entsteht da ein Gesellschaftsmodell das diese unterschiedlichen Lebenswelten darstellt und vergleichbar macht.

00:06:42: So haben wir einerseits die qualitative Forschung und andererseits, das wäre dann der nächste Schritt.

00:06:47: Die Quantitativen, die groß angelegten Repräsentativ-Befragungen, wo wir überprüfen können ob diese typischen Muster, die wir zunächst hypothetisch aufstellen, ob sie tatsächlich auch valide Darstellbar sind wenn wir große Repräsentativbefragungen machen?

00:07:06: Qualitative Sozialforschungsmethodiken greifen direkt dann ineinander mit quantitativen Erhebungen, wo sie dann nochmal Thesen auch überprüfen können.

00:07:16: Genau so ist es!

00:07:18: Das ist wahrscheinlich wahnsinnig viel Arbeit, stellt mir vor, wenn man das sehr seriös macht... Ich kann mich noch an meinen Studium erinnern, ist das durchaus auch sehr aufwendig?

00:07:28: Wie Sie ja jetzt schon auch über viele Jahre machen sehen Sie sicherlich da auch einige Veränderung in diesen Milieus über die Zeit.

00:07:36: Lassen Sie uns doch da noch mal ein bisschen drauf schauen, wie sie das Leben und ihre Forschung auch zeigt?

00:07:42: Wie sich da vielleicht auch Umbrüche auf der Werteseite, auf den Lebensstilfaktoren mit abbildet?

00:07:52: Also es ist ja grundsätzlich so dass Grundwerte, worauf die Sinus-Milius basieren meist früh im Leben entstehen und daher auch relativ stabil sind, also viel stabiler als jetzt Meinungen, Ansichten oder Einstellungen.

00:08:07: Aber die Gesellschaft Sie haben es ja erwähnt, die verändert sich.

00:08:11: wenn sich beispielsweise aufgrund von Krisen wie wir sie immer wieder erleben oder gesellschaftlichen Großthemen wie Digitalisierung Migration Klimawandel bestimmte Werthaltung verschieben dann hat das natürlich auch Auswirkungen auf die Milieustruktur Und dann kann es etwa zu einer Ausdifferenzierung von Milieus kommen oder es können auch ganz neue Milieuse entstehen, einfach weil sich die Werthaltungen ändern.

00:08:37: Wenn Sie jetzt konkret auf die Entwicklung in den letzten ein bis drei Jahren bei Corona vielleicht auch schauen, was sind denn die auffallendsten Veränderungen, die Sie sehen?

00:08:49: Ja also was wir betrachten sind vor allen Dingen die Entwicklungen der gesellschaftlichen Mitte.

00:08:56: Da hat sich ja doch schon einiges getan.

00:08:58: Früher haben wir die Mitte, also auch die bürgerliche Mitte bezeichnet.

00:09:02: Die hat sich allerdings ausdifferenziert.

00:09:04: Es gibt einen Teil der hat sich eher modernisiert.

00:09:07: Den bezeichnen wir als die adaptiv pragmatische Mitte.

00:09:10: Das ist eine flexible leistungsorientierte pragmatischer Lebenswelt, die sich an den neuen Realitäten ausrichtet, die damit mehr oder weniger klar kommt indem sie sich anpasst.

00:09:22: es gibt aber noch einen anderen Teil Und der hat sich eher zurückgezogen, den bezeichnen wir als die nostalgisch-bürgerliche Mitte.

00:09:30: Diese Gruppe steht gesellschaftlichen Veränderungen viel skeptischer gegenüber.

00:09:34: man ist systemkritisch und blickt ja vor allen Dingen auf die derzeitige Politik aber auch auf die gesellschaftlich Entwicklung wie die Energiewende sehr skeptisch.

00:09:44: Also das was man so gefühlt tatsächlich vielleicht sogar schon ein paar Ecken in persönlicher Umfeld wahrnimmt.

00:09:52: Tatsächlich können Sie das empirische Genachvollziehen.

00:09:55: Das finde ich sehr spannend, weil es auch eine Frage ist die ich mir in dem Kontext auch stelle ist wie wirken denn so harte Faktoren wie jetzt Einkommen, Beruf Wohnortherkunft auf diese Einstellungen und Verhalten?

00:10:10: Gibt's da Intendempendenzen und wie wirkt das?

00:10:14: Kann man das beschreiben?

00:10:15: aus Ihrer Sicht?

00:10:17: Ja Also zunächst muss man mal festhalten, dass diese Faktoren die sie gerade genannt haben Bildung Einkommen Beruf auch Wohnort.

00:10:25: Das sind jetzt keine direkten Kriterien nach denen wir die Sinus Milieus bilden aber Sie fließen also sie fließen nicht automatisch in die Segmentierung ein.

00:10:36: trotzdem zeigen sich zwischen den Milieuss natürlich deutliche Unterschiede noch so zu demografi und zwar deswegen weil sie sich aus den unterschiedlichen Lebensweisen unmittelbar ergeben.

00:10:48: Vergleicht man zum Beispiel das sogenannte konservativ gehobene Milieu mit dem Milieu der Prekären, dann werden hier erhebliche Einkommensunterschiede sichtbar.

00:10:57: weiteres Beispiel ist der Wohnort oder die Wohnsituation.

00:11:02: während des sehr mobile Milieux der Expeditiven häufiger flexibel und temporär wohnt legen andere Milieus großen Wert auf Beständigkeit und langfristige Wohnsicherheit.

00:11:12: Und diese Unterschiede, die ergeben sich dann aus den Wertvorstellungen und Lebenszielen der

00:11:18: Menschen.".

00:11:19: Das heißt um jetzt nochmal auf Ihre Frage zurückzukommen – Die Milieuperspektive ersetzt die Untersuchung so zu demografischer Merkmale zwar nicht aber sie ergänzt und verfeinert sie weil uns die Milieus deutlich mehr Informationen liefern, um Einstellungen, Prioritäten und Verhaltensweisen zu erklären.

00:11:37: Deswegen brauchen wir immer beides.

00:11:38: Wir schauen uns die Soziodemografie an und analysieren bestimmte Entwicklungen auf Basis sozodemographischer Merkmale, ziehen dann aber zusätzlich die Milieuperspektive hinzu, um einfach noch ein bisschen tiefer in die Erklärung reinzukommen, weil wir dann wirklich auch wissen okay aus dieser Lebenswelt heraus.

00:11:57: wie wird die Energiewende Beispielsweise erlebt.

00:12:01: Und warum wird sie eher abgelehnt?

00:12:03: Warum wird der Energiewende eher zugestimmt, das kann man auf Basis der Milieus sehr gut veranschaulichen.

00:12:09: Das ist super weil da wollte ich gleich im nächsten Schritt mit Ihnen noch mal drauf gehen.

00:12:13: Ich habe nur einen Aspekt, mir geht es immer so wenn ich mich mit der Studie und den Milieuse beschäftige dass ich immer automatisch selber im Kopf den Abgleich mache, wofür orte ich mich denn selbst.

00:12:24: Was ich immer feststelle dass bei mir immer so Überlappungen auch existieren.

00:12:31: Das ist, glaube ich, eine klare Zuordnung.

00:12:34: Dass es jetzt mein Millionen-Anführungszeichen fast gar nicht möglich erscheint?

00:12:42: Wo sie auf wissenschaftlich drauf schauen wie gehen Sie damit um, dass das eventuell dann auch zu Überlappen kommen kann?

00:12:47: Ja also das berücksichtigen wir explizit in unserem Modell.

00:12:52: Milieus darf man ja nicht als Schubladen verstehen starren Kategorien oder Raster.

00:13:00: Denn Lebenswelten lassen sich schlichtweg nicht so eindeutig abgrenzen wie soziale Schichten, etwa eine Einteilung, eine simple Einteilung nach dem Einkommen und den Bildungsgrad.

00:13:10: zwischen den Milieus – das ist hier der entscheidende Punkt – sind die Grenzen immer fließend?

00:13:15: Zwischen den Milieu gibt es immer auch Übergänge und Berührungspunkte.

00:13:22: Wenn Sie beispielsweise Ihre Kommunikation auf ein bestimmtes Milieu ausrichten.

00:13:28: Werden Sie natürlich auch angrenzende Milieus erreichen, weil es zwischen diesen Milieuxs auch gemeinsame Wertorientierungen gibt?

00:13:36: Nur die stärkste Wirkung entfaltet die Botschaft immer dort wo sie am besten anschlussfähig ist also die Passgenauigkeit am höchsten

00:13:45: ist.".

00:13:51: in diese pragmatische Nutzung dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse.

00:13:55: Jetzt haben wir natürlich ein bisschen den konkreten Hintergrund, dass wir uns fragen wie kann uns das denn nochmal Erklärungsmuster oder auch Ansätze liefern um dieses Thema Akzeptanz der Energiewende auch besser zu adressieren?

00:14:08: Welche Rolle spielt in Ihrer Sicht da Ihr Forschungsgebiet die Milieu-Forschung?

00:14:15: wenn man jetzt auf so ein Projekt im Rahmen von Wind, Onshore, PIV-Aufregel vielleicht.

00:14:19: Aber auch dem Netzausbau schaut, wo ja wirklich konkret Menschen auch von diesen Veränderungen betroffen sind, diesen Mitgestalten und sich das sehr unterschiedlich gestaltet um es mal sozusagen also von organisierter Gegenwehr bis hin zu auch denen die da mitmachen, mitgestalten wollen, investieren wollen ist ja da alles dabei.

00:14:41: Also wie gucken Sie da drauf?

00:14:43: Also nach den Erkenntnissen, die wir haben können.

00:14:45: Die Milieuforschung hier schon eine zentrale Rolle spielen und zwar einfach deswegen weil sie verständlich macht warum verschiedene Bevölkerungsgruppen auf dieselben Maßnahmen sehr unterschiedlich reagieren.

00:14:57: unsere Studien zeigen zum Beispiel sehr deutlich das Zustimmung Skepsis oder Ablehnung der Energiewende vor allem Ausdruck von unterschiedlichen Werthaltungen Lebensweisen und Zukunftserwartungen sind.

00:15:10: es gibt praktisch Wenn man das mal so grob einschätzen oder einteilen möchte, vier typische Akzeptanzmuster.

00:15:18: Da haben wir einmal Milieus in denen die Zustimmung zur Energiewende sehr hoch ist.

00:15:23: Besonders im sogenannten postmateriellen Milieu ist einfach die Sensibilität für Klimakrisen stark ausgeprägt.

00:15:31: Daneben finden sich dann Milieuse, die die Energiewände grundsätzlich unterstützen aber eben deutlich stärker abwägen.

00:15:38: Dazu gehören zum Beispiel die Performer.

00:15:41: Hier ist die Zustimmung immer an Bedingungen geknüpft.

00:15:44: Das heißt, Maßnahmen werden dann akzeptiert wenn dabei technologische Lösungen im Vordergrund stehen und klimapolitische Maßnahmen den eigenen Lebensstandard nicht spürbar einschränken.

00:15:55: Dann haben wir drittens Milieus bei denen das Bild deutlich ambivalenter aussieht zum Beispiel bei dem bereits angesprochenen Nostalgespürgerlichen.

00:16:04: hier haben wir zwar ein Problembewusstsein für den Klimawandel Gleichzeitig dominieren aber Sorgen um Sicherheit, Stabilität und finanzielle Belastung.

00:16:13: Und deswegen überwiegen hier auf Zurückhaltung und Skepsis weniger aus einer grundsätzlichen Ablehnung als aus der Befürchtung am Ende schlechter dazustehen als zuvor.

00:16:24: Dann haben wir noch vierten Milieus in denen Distanz oder Ablehnung besonders stark ausgeprägt sind.

00:16:32: Das ist etwa der Fall bei den Konsummaterialisten.

00:16:35: Hier wird die Energiewende häufig als Zumutung erlebt, man verbindet sie mit Verzicht und ganz klar Einschränkungen im Alltag.

00:16:42: Und diese Einteilung hilft uns natürlich sehr differenziert auf das Thema Energiewenden zu blicken und zu überlegen wo können wir am besten ansetzen?

00:16:51: Wo können wir überzeugen und wo sind die Anhaltspunkte um mehr Überzeugungsarbeit für die Energievende leisten zu können?

00:17:01: Ich fand es gerade nochmal wirklich spannend.

00:17:03: Wenn wir jetzt noch mal auf dieses Milieu, ich glaube das ist ja auch nochmal deutlich gewachsen, dass ich auch sie durch den Anfang verstanden habe... der Nostaliker?

00:17:13: Die nostalgisch-bürgerlichen!

00:17:14: Was sind denn in diesem Milieu Anhaltspunkte die man adressieren könnte wenn man die positive Sichtweise auf diese Themen noch einmal stärken will?

00:17:23: Sie sagen ja da ist eine Amivalenz, ne?

00:17:25: Da ist durchaus... Also er ist jetzt kein... Prinzipieller Widerstand wie vielleicht in anderen Milieus, wo man sagt da kommt man gar nicht mehr ran so richtig.

00:17:36: Ja also was man hier vor allen Dingen machen muss ist Vertrauen aktiv aufzubauen.

00:17:41: Wie macht man das?

00:17:42: durch klare und verständliche Kommunikation?

00:17:46: Durch echte und verbindliche Beteiligung beispielsweise im Rahmen von Bürgerversammlungen Und dann natürlich auch durch eine Umsetzung die die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Anfang an mitdenkt.

00:17:59: Genau hier leistet dann eben auch die Milieuperspektive einen besonderen Beitrag, denn sie hilft zu verstehen was Menschen bewegt und wo Sie Sorgen haben.

00:18:07: Die nostalgisch Bürgerlichen, die haben sehr viel Sorge.

00:18:09: also was kann man machen?

00:18:11: Man kann sie beteiligen von Anfang an sehr transparent kommunizieren.

00:18:16: ein weiterer wichtiger Hebel ist natürlich auch die lokale Wertschöpfung.

00:18:20: das bedeutet ein Projekt muss einfach auch erkennbar machen dass es kommunale Einnahmen sichert, dass Arbeitsplätze nicht verloren gehen oder die Region insgesamt stärkt.

00:18:33: Dann steigt natürlich auch die Bereitschaft Veränderungen zum mitzutragen.

00:18:37: und fernes ist natürlich immer ein großer Aspekt gerade bei den nostalgisch-bürgerlichen, auch bei anderen Milieus wie den adaptiv pragmatischen oder den prekären.

00:18:47: viele Studien zeigen einfach das Akzeptanz oft nicht an der grundsätzlichen Idee der Energie scheitert sondern immer wieder an der Frage Wer die Kosten trägt und wer womöglich profitiert.

00:18:59: Also wenn der Eindruck entsteht, dass Lasten ungleich verteilt sind oder einzelne Gruppen überfordert werden dann kippt oft die Zustimmung in Skepsis oder Widerstand.

00:19:09: Ja spannend!

00:19:12: Wenn Sie sich jetzt nochmal eine Rolle auch von Unternehmen versetzen, die auch in diesen Projekten vor Ort unterwegs sind was wäre denn Ihr wichtigster Rat an die Kollegen und Kolleginnen?

00:19:22: Also vielleicht macht man das am besten Beispiel deutlich, nehmen wir mal ein Windenergieprojekt.

00:19:29: Da kann ich jetzt auch noch einmal die Punkte aufgreifen, die ich gerade so ein bisschen angesprochen habe.

00:19:35: Nehmen wir mal eine ländliche Region in der mehrere Onshore-Windräder geplant sind.

00:19:41: Wird so einen Vorhaben ausschließlich als Beitrag zum Klimaschutz kommuniziert?

00:19:46: Dann kann das bei einigen Milieus schnell Distanz erzeugen beispielsweise bei den nostalgisch-bürgerlichen.

00:19:52: Best Practice wäre hier von Anfang an sehr transparent zu erklären, warum genau dieser Standort geeignet ist.

00:19:59: Welche Abstände gelten und welche Auswirkungen realistisch zu erwarten sind?

00:20:04: Und gleichzeitig muss man in der Kommunikation offenlegen wie hoch die Einnahmen für die Kommune sind, wofür diese Einnahmen eingesetzt werden können und welche konkreten Vorteile sich für die Region und die Bürgerinnen und Bürger selbst ergeben.

00:20:19: ja und dann kann man noch überlegen Man kann noch ein Beteiligungsmodell mit ins Spiel bringen, etwa in Form von Bürgerenergie oder kommunalen Forst.

00:20:28: Entscheidend ist einfach der Punkt dass das Projekt – und was es auch immer geht ich hatte jetzt einen Windenergieprojekt angesprochen – nicht als Maßnahme wahrgenommen wird die einfach von oben durchgesetzt wird sondern als nachvollziehbares und fair gestaltetes Vorhaben mit regionalem Bezug.

00:20:46: Das verändert dann häufig die Tonlage der Debatte schon.

00:20:49: Das ist nochmal ein spannender Aspekt, also in dem auch wie Sie es vorher beschrieben haben das wirklich drum geht differenzierte Botschaften aufzusetzen und dass es eben nicht reicht alleine dieses Klimaschutz Argument zu bringen was ja tatsächlich wenn man sich die Milieus anguckt ja vor allem ein Milieu sehr stark anspricht und die anderen vielleicht eher nur im Rande abholt.

00:21:14: Wir haben ja jetzt auch so ein bisschen gleichsehmlich gesagt, es ist ja auch logisch die Projekte finden im ländlichen Raum statt.

00:21:20: Sehen Sie denn wenn sie auf Ihre Milieuuntersuchungen schauen?

00:21:24: Unterschiede, die sich wirklich auch zwischen Land und Stadt abzeichnen.

00:21:30: also viele der gesellschaftlichen Debatten wir führen werden oft populistisch zugespitzt auf einen entweder real oder nicht, vielleicht auch konstruiert ein Gegensatz zwischen den Bevölkerungen in den Städten und auf dem Land.

00:21:49: Sehen Sie da auch in Ihren Milieus unterschiedliche Situationen einfach?

00:21:57: Ja also es gibt natürlich diesen Stadt-Land-Kontrast.

00:22:00: der spielt schon eine wichtige Rolle gerade wenn sie über die Milieustruktur an sich schon nachdenken.

00:22:06: In Städten haben sie häufiger Milieus, die großen Werk legen auf kulturelle Angebote, Szenenvielfalt oder die urbane Infrastruktur.

00:22:14: Dagegen sind ländliche Räume stärker von Milieuse geprägt, die eher harmoniorientiert sind.

00:22:20: Ruhe suchen, die Näht zu Natur schätzen und sich mit dem Wohnort besonders verbunden fühlen.

00:22:26: also diese Unterschiede wenn Sie Stadt-Land nehmen gibt es natürlich.

00:22:31: da haben sie einfach andere Milieustrukturen.

00:22:35: wirkt sich das auch aus.

00:22:36: Grundsätzlich auf die Themenprioritäten in ländlichen Regionen stehen natürlich häufig Themen wie Erreichbarkeit, Versorgungssicherheit oder die Stabilität von Arbeitsplätzen im Vordergrund.

00:22:48: In städtischen Räumen verschieben sich die Schwerpunkte hin zu Themen, die mit urbaner Lebensqualität verbunden sind etwa der Ausbau von Fahrradwegen und Stadtparks Fragen der Wohnraumknappheit oder Die Sicherheit auf öffentlichen Plätzen.

00:23:03: nur Die Bewertung und Gewichtung dieser Themen, die variiert dann wiederum je nach Milieu.

00:23:10: Beispiel die postmateriellen Milieus – das postmateriale Milieu legt deutlich mehr Wert auf die Begrünung von öffentlichen Plätzen als das Milieu der Performer.

00:23:19: Und deshalb ist es ja auch so wichtig, dass man wenn man eine regionale Analyse macht immer diese auch um eine Milieuperspektive ergänzt.

00:23:27: Welche?

00:23:28: Also ich finde, das ist nochmal ein guter Aspekt weil Wenn jetzt unsere Kollegen die Kommunikations- und Stakeholderplanung machen, was würden sie denen empfehlen auf welche Milieus Sie besonders achten müssen?

00:23:44: Damit sie in dem Prozess das nicht auf die Füße fällt.

00:23:48: Also gibt es da Milieuse, die so ein Prozess einfach crashen können oder Milieuses wohnen wahnsinnig großes Potenzial drin liegt, die vielleicht doch dafür zu gewinnen, die eine starke Multiplikatorenrolle haben.

00:24:01: also Diese Milieus haben ja unterschiedliche auch gesellschaftliche Rollen und Wirkungskreise, dass dieser Blick darauf von ihnen würde mich nochmal interessieren.

00:24:13: Ja das ist natürlich ein ganz wichtiger Punkt weil gerade wenn es um gesellschaftlichen Themen geht die sozialökologische Transformation da braucht man zu Beginn nicht unbedingt eine Mehrheit, die wird man ohnehin nicht bekommen.

00:24:27: Entscheidend ist also in der Strategie zunächst einmal dass man sich an eine engagierte und sichtbare Teilgruppe wendet, die glaubwürdig für Veränderung eintritt.

00:24:39: Bei der Energiewende sind die Treiber, die Postmateriellen und die Neolkologischen weil sie ganz einfach Maßnahmen wie Windenergie, Netzausbau oder Wärmewende aus Überzeugungen... unterstützen und damit eben auch Impulse setzen, die auf angrenzende Unterstützermiljöse ausstrahlen können.

00:24:58: Das muss man auch immer berücksichtigen.

00:24:59: also ich hatte ja vorhin davon gesprochen dass wir nicht in Schubladen denken dürfen Und wenn wir Treibermiljös haben dann haben sie natürlich auch Auswirkungen auf Angrenzendem Miljös.

00:25:11: Jetzt muss man hier aber noch berücksichtig.

00:25:13: langfristig reicht es natürlich nicht aus wenn wir uns nur an die treibermilijös wenden.

00:25:18: entscheidend ist ihr aus meiner Sicht das wir die moderne Mitte der Gesellschaft.

00:25:23: Und das sind die adaptiv-pragmatischen, dass wir diese erreichen und für die Energiewende stärker gewinnen.

00:25:29: Warum?

00:25:30: Weil dieses Milieu ist grundsätzlich offen für Windparks, Photovoltaikfreiflächen oder neue Wärmenetze.

00:25:38: Sie stellt aber stärker die Frage nach Alltagstauglichkeit, Kosten und persönlichen Nutzen.

00:25:44: Also strategisch heißt es dann Zweifel an der Umsetzbarkeit ernst nehmen wahrgenommen Zielkonflikte, etwa zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Sicherheit reduzieren.

00:25:54: Und ganz konkrete Vorteile sichtbar machen.

00:25:57: also wie verbessert sich meine Lebensqualität?

00:26:00: Welche finanziellen Entlastungen können langfristig entstehen?

00:26:03: welche Modernisierung Effekte bringt das mit sich?

00:26:06: Also die Treibermilieus brauchen wir deren Unterstützung haben wir ohnehin schon und dann müssen wir aber auch auf die gesellschaftliche Mitte achten insbesondere diejenigen, die offen sind für Veränderung, die adaptiv-pragmatische.

00:26:19: Dann werden wir auch deutlich mehr Menschen auf dem Weg hin zur Energiewende und zu Klimaneutralität mitnehmen

00:26:26: können.".

00:26:26: Ja, das finde ich noch mal ganz spannenden Gedanken, dass in diesen verschiedenen Phasen einer Prekommunikation ja auch man versuchen muss da in verschiedene Milieus auch reinzugehen, die zu gewinnen, zu entäbeln, andere Milieus mitnehmen können.

00:26:46: Was ich teilweise vor Ort höre, vielleicht auch nochmal mit Ihnen gespiegelt ist, dass es Regionen gibt gerade auch im ländlichen Raum in Ostdeutschland wo tatsächlich nicht mehr diese differenzierte Milieustruktur in der Form vielleicht existiert.

00:27:02: Wo man sich dann schwer tut weil man wirklich fast schon auf Einzelpersonen angewiesen ist wenn man nach Milieuvertretern sucht die sei ich mal eine progressive Haltung da irgendwie zu den Themen hat.

00:27:18: Also sehen Sie auch so eine regionale Ausdünnung der Milieus an Paarstellen?

00:27:24: Das würde ich jetzt nicht unbedingt sehen, egal in welcher Region sie sich befinden.

00:27:31: Sie haben dennoch eine große socio-kulturelle Vielfalt vor Ort.

00:27:37: Die Milieustruktur ist wie vorhin bereits erwähnt unterschiedlich.

00:27:43: Das heißt also, sie finden in manchen Regionen einfach deutlich weniger Postmaterielle und dafür deutlich mehr Nostalgespürgerliche.

00:27:51: Also da hat sich schon auch gerade ja in den letzten Jahrzehnten einiges getan.

00:27:57: Also gerade wenn wir wieder diesen Stadt-Land-Kontrast nehmen natürlich finden Sie die Expeditiven eben seltener, deutlich seltene auf dem Land als in den Großstädten.

00:28:08: Also das ist auch etwas was man in der Kommunikation was Strategien betrifft, berücksichtigen muss.

00:28:14: Muss ich vor Ort anschauen?

00:28:15: Wie ist hier die Milieustruktur und was bedeutet das für meine Themensetzung?

00:28:19: Also ich glaube, dass ... Das ist in der Tat spannend.

00:28:23: Dann muss jede Projektegruppe sich vor Ort wirklich genau damit beschäftigen wie die Zusammensetzung da auch ist und dann es auch so ausrichten.

00:28:33: Wenn Sie jetzt noch mal vielleicht ein bisschen zur Abrundung drauf schauen, wir versuchen natürlich die Menschen ja auch über verschiedene Kanäle zu erreichen.

00:28:43: Das ist ja auch Teil dessen, dass eine Kommunikation rund um energiewende Projekte sich teilweise neu ausrichten muss?

00:28:53: Wie unterscheiden Sie denn Ihrer Einschätzung nach den Milieus in Ihrem Medienverhalten und wo sie die Informationen herbekommen?

00:29:00: Und vielleicht noch mal was hat sich da verändert, was man auf dem Schirm haben muss?

00:29:05: Ja also das Medienverhaltendetrifft gibt es natürlich auch große Milieuunterschiede.

00:29:11: Es gibt ja die großen Markt-Media Studien, wie zum Beispiel Die Best for Planning und da sind die Sinusmilieus integriert und das heißt wir können sehr genau analysieren welchen Milieus welche Medien nutzen ob das nun Print TV Radio oder online Medien sind.

00:29:27: Nehmen wir mal als Beispiel Zeitungen traditionell geprägte Milieüs die lesen weit überdurchschnittlich häufig regionale Tageszeitung.

00:29:36: andere Milieus insbesondere stärker hedonistisch orientierte, die greifen wenn überhaupt nur noch zur Bild-Zeitung.

00:29:44: Und wieder andere Milieu setzen auf überregionale Qualitätszeitungen wie die TATS oder die FAZ.

00:29:49: Die Performermilieus, das Performermilieu liest gerne das Handelsblatt.

00:29:53: also letztlich kann man sich das für jedes Milieu genau anschauen.

00:29:56: wichtig ist ja einfach festzuhalten dass die Mediennutzung stark Milieu geprägt ist.

00:30:01: was hat sich geändert?

00:30:02: natürlich das online verhalten.

00:30:05: also es gibt viele milieus die nehmen, wie schon angesprochen gerade die hedonistisch orientierten die nehmen tageszeitungen nicht mehr in die hand die schauen sich das ganze online an.

00:30:17: und was natürlich auch noch hinzukommt ist der faktor vertrauen glaubwürdigkeit.

00:30:26: Und da haben wir schon auch Milieus Informationen beispielsweise von Forschungseinrichtungen und Bundesämtern nicht vertrauen bzw.

00:30:37: die damit nicht viel anfangen können, hier spielen viele mehr persönliche Netzwerke, Social Media oder Community basierte Quellen eine Rolle.

00:30:45: das heißt Vertrauen entsteht in manchen Milieus eher über Nähe- und Identifikationen etwa durch Influencer oder Personen aus dem eigenen Umfeld.

00:30:55: also da ziehen sie ihre Informationen und glauben so diesen klassischen Quellen, wo man sagen würde darauf kann man vertrauen.

00:31:04: Das ist etwas was sie gar nicht mehr in die Hand nehmen, das nicht mehr so eine große Rolle spielt.

00:31:08: Sie haben natürlich noch andere Milieus insbesondere die Postmateriellen.

00:31:12: Die haben natürlich großes Vertrauen und schauen insbesondere auf staatliche Fachinstitutionen und Wissenschaft.

00:31:19: Also finde ich nochmal auch interessant weil die Art der Kommunikation ja entscheidend darüber ist ob man die Menschen überhaupt erreicht Je mehr man auch darüber weiß, wie dann die unterschiedlichen Milieus, die man vor sich hat, auch erreichbar sind.

00:31:33: Der Stuckziegerichter kann man das natürlich ausrichten.

00:31:36: Vielleicht nochmal ein Gedanke mit Ihnen gespiegelt?

00:31:40: Wenn Sie sagen es gibt bestimmte Gruppen, die Ihre Information sehr stark aus einem eigenen Ökosystem ziehen mittlerweile, seien sie Influencer oder Quellen rund um Social Media Kanäle

00:31:52: etc.,

00:31:54: Wie wirkt es auf diese Milieubildung?

00:31:57: also Die Frage, die ich mir stelle führt es eher zu so einer Verhärtung von Milieugrenzen in Sinne von dass da nicht mehr so viel Austausch zwischen den unterschiedlichsten Milieus stattfindet und dadurch auch nicht mehr sehr viel Mobilität.

00:32:10: Oder ist diese Art des Kommunikationsverhalten völlig unabhängig von dem wie sich die Milieuse entwickeln?

00:32:15: Also es kann schon ein Faktor sein.

00:32:18: also es ist tatsächlich schon so das wir Milieues wie die Nostalgespürgerlichen haben in den letzten Jahren stärker in ihre eigene Nische zurückgezogen haben.

00:32:30: Und gerade wenn sie online unterwegs sind, einfach den Quellen vertrauen die letztlich die gleiche Meinung, die gleichen Ansichten haben und wenn sie natürlich immer nur mit diesen Ansichten und Meinungen umgeben sind dann verhärtet sich das.

00:32:48: da haben Sie schon einen Punkt.

00:32:49: also dass kann man einfach auch nicht weg diskutieren.

00:32:52: Ich glaube, da liegt zu einer der größten Herausforderungen natürlich auch.

00:32:56: Dass man da noch vordringt mit glaubwürdigen Stimmen, die dann in diesen Milieus gehört werden.

00:33:04: Ich hoffe dass wir das schaffen und ich hoffe als Gesellschaft, dass wir es schaffen.

00:33:08: Das ist essenziell nicht zu einem Auseinandertriften kommt.

00:33:13: Ich

00:33:14: finde es schade jetzt schon ein bisschen gegen Zielen hier einbiegen zu müssen.

00:33:18: aber mit Blick auf die Uhr Was gibt es denn aus Ihrem Arbeitskontext, was Sie unseren Hörerinnen und Hörern an Lese oder auch Hör-Empfehlung mitgeben wollen?

00:33:28: Das ist immer eine Möglichkeit.

00:33:29: Weil wir nur eine halbe Stunde haben für die, die jetzt hier zuhören sich noch mal ein bisschen vertieft dazu beschäftigen.

00:33:36: Und vielleicht gibts da etwas, was sie damit auf den Weg geben wollen!

00:33:39: Ja natürlich sehr gerne.

00:33:41: also wenn ich eine Leseempfehlung aussprechen darf dann würde ich natürlicherweise das Buch Praxis der Sinus Milieus in der zweiten Auflage empfehlen und da können sie noch mal ganz genau die Lebenswelten der einzelnen Milieuse eintauchen.

00:33:57: Und das Schöne an dem Buch ist einfach auch, dass es sehr konkret aufzeigt wie die Sinus milieus im ganz unterschiedlichen Praxisfeldern eingesetzt werden etwa in Kommunikation Politik Bildung oder auch bei Markt Strategien.

00:34:11: super Ich glaube, das ist dann der perfekte Absprungpunkt für die, die da jetzt auch ein bisschen im Alltag vielleicht mit stärker arbeiten wollen und jetzt inspiriert sind von unserem Podcast.

00:34:21: Wir haben immer noch so Zahlen, Daten, Fakten wenn Ihnen da was einfällt.

00:34:25: Also wer es dem Podcast gehört hat, der sollte sich eine Sache merken!

00:34:28: Dann können Sie das jetzt am Ende auch nochmal platzieren.

00:34:31: Also ich habe mir natürlich noch mal Gedanken gemacht, also ich hab ein Studienergebnis mitgebracht und da möchte ich einfach nochmal eines ganz deutlich machen.

00:34:39: Also warum die Sinus Milieus tatsächlich eine Modell sind, mit dem man arbeiten sollte.

00:34:47: Und zwar es ist ein Studien Ergebnis wo wir einfach mal gefragt haben, repräsentativ gefragt haben Inwieweit die Bevölkerung glaubt, dass es in Deutschland wichtigere Probleme gibt als den Klimawandel und im postmateriellen Milieu.

00:35:04: Da haben nur siebenunddreißig Prozent auf diese Frage mit Ja geantwortet.

00:35:08: Es gibt wichtigere Probleme als den klimawandel.

00:35:11: bei dem konservativ gehobenen hingegen waren es vierundsipzig prozent also doppelt so viele.

00:35:18: Und das ist deshalb so spannend, weil wir hier über zwei Milieus sprechen die sich in Bildung und Einkommen gar nicht stark unterscheiden.

00:35:26: Rein so zu demografisch betrachtet liegen sie also sehr nah beieinander und trotzdem unterscheidet sich ihre Prioritäten beim Thema Klimawandel ganz erheblichen.

00:35:35: Das zeigt eben warum die Milieuperspektive so wichtig ist.

00:35:38: Sie erklärt Unterschiede Die alte Einkommen oder Bildungsgrad alleinig sichtbar machen.

00:35:44: Ja ein sehr schönes Beispiel.

00:35:47: Also sehr, sehr eingängige Schluss.

00:35:49: Ich glaube das wird viele nochmal auch inspirieren ein bisschen weiter sich mit den Themen auseinandersetzen und es ist ja unser Ziel dass wir mit den Gästen die wir haben auch Anreize zu setzen die Themen auch noch mal ein bisschen weit dazu recherchieren.

00:36:03: ich habe mich sehr gefreut beim Tolles Gespräch wie ich am Anfang schon sagte begleitet mich das jetzt seit einigen Jahren dass ich mir jetzt mal mit ihnen der da in der täglichen Praxis die Entwicklung dieser Erkenntnisse auf vorantreibt sprechen konnte, ist es wirklich sehr schön.

00:36:20: Und ich hoffe meine Hörer haben jetzt genauso viel gelernt wie ich und bin ganz herzlich bei Ihnen bedanken!

00:36:26: Ja vielen Dank Frau Klein, mir hat das sehr viel Spaß und Freude

00:36:29: bereitet, vielen Dank.

00:36:32: Das war der Podcast Energie Zukunft im Dialog der Stiftung Energie- und Klimaschutz.

00:36:37: Wir danken Ihnen fürs Zuhören.

00:36:39: Mehr Informationen über unsere Formate

00:36:42: finden Sie

00:36:42: in den Show Notes und auf unserer Webseite.

Über diesen Podcast

Wird nicht schon genug über Klimaschutz geredet? Definitiv nicht!

Wir sprechen mit renommierten Fachexpert*innen über Energie und Klimaschutz. Jede Podcast-Folge fokussiert ein Schwerpunkt-Thema aus den Bereichen Energie, Technik, Energiewende, Klimaschutz u.v.m. Eine neue Podcast-Folge erscheint i.d.R. jeden zweiten Donnerstag im Monat.

Wir, das sind Katharina Klein, Vorständin und Sprecherin der Stiftung Energie und Klimaschutz und Holger Schäfer, Mitglied des Vorstands der Stiftung Energie & Klimaschutz.

Neben innovativen Technik- und spannenden Klimaschutz-Themen aus der Wissenschaft möchten wir mit Interview-Partnern aus der Praxis den Blick von der Theorie zur Handlung lenken und unsere Hörer*innen mit lösungspraktischen Ansätzen inspirieren.

von und mit Stiftung Energie & Klimaschutz

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